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Es gab viele Skeptiker in Offenbach und auch im Segelclub Undine, die mit der Bewerbung der Stadt Offenbach zu diesem Event, nichts anfangen konnten.

Für uns Segler war bereits die Teilnahme an der Funzelfahrt, die selbst bei langgedienten Clubmitgliedern regelrechte Begeisterungsstürme ausbrechen ließ, ein Erlebnis. Ca. 60 bis 70 Boote befuhren den Main zwischen der Carl-Ulrich-Brücke und dem Haus der Bäcker. Größtenteils waren die Schiffe mit Leuchtmitteln geschmückt, wobei der kleinste Teil eine BSH - Zulassung hatte. Besonders auffällig waren die Paddler, die ihre Boote mit fluoreszierenden Leuchtstäbchen geschmückt hatten. Aber auch die Ruderer hatten sich Mühe gegeben und sich mit aufgehängten Lampions nachfahrttauglich gemacht.

Die Segler fuhren mit standesgemäßer Petroleumleuchte im Top oder hatten mit Lichterketten über Top und Takel illuminiert. Als wahre Leuchtschiffe erwiesen sich die großen Motoryachten, die hell erleuchtet mit ihren Lichterketten den Weg vorgaben.

Der Korso setzte sich gegen 21:00 Uhr in Bewegung und es war einfach beeindruckend. Am Ufer sammelten sich zahlreiche Besucher die die Schiffe mit Applaus begrüßten. Dass der Korso von zwei Berufsschiffen passiert wurde, sah man erst in letzter Minute und erst nachdem der Bug mit Handscheinwerfern angeleuchtet wurde. Im ganzen Lichtermeer waren die Positionslichter der Berufsschifffahrt untergegangen. Alle Teilnehmer waren sich einig, ob Kanute, Ruderer, Segler oder Motorbootfahrer, so etwas hatte es bisher noch nicht auf dem Main gegeben. 24 Mitglieder des SCU sorgten mit der Teilnahme für die ersten Punkte im Wettstreit bei Mission Olympic.

Die für den Samstag angesagten 32 Grad und strahlender Sonnenschein sahen in der Realität etwas anders aus. Bis ca. 11:00 Uhr goss es in Strömen. Es war kalt und von Wind war nichts zu spüren. Der im Rahmen des Maa-Cup stattfindende „Cup der Nationen“ musste aber auf jeden Fall stattfinden. Um 13:45 Uhr versammelte sich eine Flotte von 23 Schiffen an der gedachten Startlinie. Insgesamt nahmen 11 Nationen an der Veranstaltung teil. Es gab Raritäten an Nationalflaggen zu bewundern, wie etwa Grönland oder Korsikaund segelnden Nationen, die auf dem Main sonst selten anzutreffen sind, wie z.B. Jamaika. Nur einer fehlte, der Wind. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Jeder versuchte den korsischen Piraten zu entkommen, die laut singend eine Spur der Verwüstung im Regattafeld hinterließen. Nur die Jamaikaner ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, woran dass bloß lag.

Die offizielle Jury aus Berlin machte sich auf dem Wasser einen Eindruck  von der Veranstaltung und war vom Einsatzwillen aller Beteiligten schwer beeindruckt.

Nach 1 1/2 Stunden siegte der Hunger und das Feld bewegte sich zum Clubgelände des Segelclubs Undine. Nach einem internationalen Menü, Gyros aus der Pfanne, fand die Siegerehrung zum „Cup der Nationen“ statt. Da eine sportliche Komponente zur Vergabe des Pokals nicht gegeben war, wurde per Applausometer über das originellste Auftreten und die Authenzität der vertretenen Nation abgestimmt. Mit großem Vorsprung erhielt das korsische Boot den begehrten Pokal. Für Mission Olympic brachte der „Cup der Nationen“ 900 Punkte.

Der Sonntag sollte nun endlich die Entscheidung zum Maa-Cup bringen. Obwohl einige Crews noch angeschlagen vom Vortag waren, nahmen noch 13 Boote am ersten und einzigen Lauf teil. Bei anfänglichen zwei Windstärken wurden die Bedingungen nach zwei Runden so schlecht, dass auf die letzten Teilnehmer nicht mehr gewartet wurde. Die Regatta wurde abgeschossen.

Parallel zum „Cup der Nationen“ und zum Maa-Cup segelten die Jugendlichen auf den Optimisten ihren Sieger aus. Auf einem eigenen Kurs fanden wie bei den olympischen Spielen Vorläufe für einen Finallauf statt. Die Ehrung der Sieger fand gemeinsam statt.

Nach dem Mittagessen gab es die obligatorische Siegerehrung und jeder Teilnehmer erhielt ein Erinnerungsgeschenk. Die neu gestalteten Tassen fanden großen Zuspruch.

Erwähnenswert sind die Preisträger aus den befreundeten und benachbarten Vereinen, die seit langem mal wieder in die Kämpfe um die vorderen Plätze mit eingreifen konnten. Auch die Crew vom SC Inheiden auf ihrem 420 zeigte ihr seglerisches Können.

Herzlichen Glückwunsch und herzlich Willkommen zu den nächsten Veranstaltungen beim Segelclub Undine.

Am 28.11.2013 wird der Sieger beim Wettbewerb Mission Olympic bekannt gegeben. Dann werden wir sehen, ob uns auch ein Stück der Goldmedaille gehört.

 

Klaus Mackeprang

Teilnehmer, Preisrichter, Zähler, Vorsitzender